3. Zentralschweizer Naturtagung

Referentinnen und Referenten

Michael Schaad, Schweizerische Vogelwarte Sempach

Leiter Stab
Kontakt

 

 

 

Ruedi Wüst-Graf

Ehrenmitglied des Ornithologischen Vereins Region Sursee, eigenes Ökobüro, Tierpräparator
Kontakt

 

 

 

Silva Lanfranchi, Obwalden Tourismus

Rangerin am Glaubenberg
Kontakt

 

 

 

Heidi Vogler und Matthias Merki, Dienststelle Landwirtschaft und Wald lawa, Kanton Luzern

Fachmitarbeiterin Landschaft und Wildhüterin
Fachbearbeiter Arten und Lebensräume
Kontakt H. Vogler, Kontakt M. Merki

 

 

Pierre Mollet, Schweizerische Vogelwarte Sempach

Mitarbeiter Ressort Lebensraum Wald und Artenförderung Vögel, Spezialist für Raufusshühner, Waldschnepfe und Wald
Kontakt

 

 

 

Simon Hohl, Schweizerische Vogelwarte Sempach

Mitarbeiter Ressort Lebensraum Kulturland und Artenförderung Vögel, Spezialist für Kiebitz und Braunkehlchen
Kontakt

 

 

 

André Ducry, BirdLife Schweiz

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Artenförderung
Kontakt

 

 

 

Elisabeth Danner, Regionalstelle Info Flora Zentralschweiz, Natur-Museum Luzern

Verantwortliche für das Botaniker*innen-Netzwerk, Konservatorin Botanik
Kontakt

 

 

Roman Graf

Ehrenpräsident von BirdLife Luzern
Kontakt

3. Zentralschweizer Naturtagung

Programm

Ab 12.00 Uhr

Kaffee und Kuchen
Büchertisch und Informationen über Vögel sowie Naturförderung und -schutz
Von 9 bis 13 Uhr ist zudem die Bibliothek der Vogelwarte geöffnet

13.00 – 13.10 Uhr

Begrüssung
Michael Schaad, Schweizerische Vogelwarte Sempach

13.10 – 13.50 Uhr

Das Surseer Venedig, ein Feuchtgebiet dem Untergang geweiht und wieder auferstanden – Naturschutz auf Vereinsebene
Ruedi Wüst-Graf, Ehrenmitglied Ornithologischer Verein Region Sursee

© Frank Vassen

Im nördlich der Stadt Sursee gelegenen Venedig brüteten noch bis in die Fünfzigerjahre Kiebitze. Dann folgte der «Fortschritt» und mit ihm eine tiefer gelegte Suhre, eine das Gebiet in zwei Teile schneidende Autobahn und eine fast alles «überwuchernde» Industriezone. So blieb vom grossen Feuchtgebiet nur eine verbuschte Restparzelle übrig. Aus diesen wenigen Aren Land entstand in vielen kleinen Schritten das heutige Naturschutzgebiet Venedig, ein Hotspot der Biodiversität. An diesem Beispiel wird aufgezeigt, dass durch Vereinsarbeit weit mehr erreicht werden kann als allgemein angenommen. Gemeinsam ein Ziel verfolgen und trotz Rückschlägen weitermachen und ab und zu kleine Erfolge verbuchen: Das ist das Rezept. Weitere und ebenso wichtige Ingredienzien sind Optimismus, Kreativität und – besonders wichtig – eine grosse Begeisterung für unsere Natur.

13.50 – 14.10 Uhr

Rangerdienst am Glaubenberg – Gleichgewicht zwischen Naturschutz und Nutzung
Silva Lanfranchi, Obwalden Tourismus

© Stefan Werner

Der Druck auf die Moorlandschaft Glaubenberg hat im letzten Jahrzehnt, wie in fast allen Moorgebieten, u.a. durch landwirtschaftliche und touristische Nutzung stark zugenommen. Da die Hoch- und Flachmoore sowie die Tier- und Pflanzenarten sehr empfindlich auf Störungen und Schäden reagieren, wurde im Herbst 2020 ein Rangerdienst eingeführt. Dieser deckt die knapp 90 km2 der Obwaldner Moorlandschaft ab. Dessen Ziel ist die Sensibilisierung der Akteure vor Ort sowie der Besucherinnen und Besucher. Die Aufgaben umfassen auch Exkursionen für Interessierte und die Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften. Mein Ziel ist es Synergien zu schaffen und zu nutzen, damit für Mensch und Landschaft das optimale Gleichgewicht geschaffen werden kann.

14.10 – 14.30 Uhr

Wildtierkorridore im Kanton Luzern
Heidi Vogler und Matthias Merki, Dienststelle Landwirtschaft und Wald lawa, Kanton Luzern

© Tobias Nordhausen

Rothirsche, Wildschweine, Luchse usw. finden in unserer Kulturlandschaft geeignete Lebensräume. Viele sind jedoch zerschnitten, beispielsweise von Strassen, Zäunen und Siedlungen. Für Wildtiere ist es überlebenswichtig, sich zwischen verschiedenen Gebieten bewegen zu können. Die 26 Wildtierkorridore des Kantons Luzern liegen auf den sogenannten Wildtier-Wanderachsen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der ökologischen Infrastruktur. Es wird aufgezeigt, wie die Wildtierkorridore räumlich gesichert werden, wie unterbrochene Wildtierkorridore wieder funktional werden, ob sich bereits erste Erfolge zeigen und wie sich Interessierte konkret für die Funktionalität der Wildtierkorridore einsetzen können.

14.30 – 14.50 Uhr

Genetische Fingerabdrücke zeigen die Vernetzung der Schwyzer Auerhuhnvorkommen
Pierre Mollet, Schweizerische Vogelwarte Sempach

© Stefan Wassmer

Das Auerhuhn galt bislang als wenig mobile Vogelart. Neuere Studien zeigen aber, dass die Mobilität dieser Art wesentlich grösser ist. Mit einer dieser Studien wollte man im Kanton Schwyz die Populationsgrösse möglichst genau schätzen. Genetische Fingerabdrücke, erstellt aus Kot, ermöglichen die zuverlässige Identifikation und Wiedererkennung einzelner Individuen. Findet man Kot desselben Individuums an verschiedenen Orten, lassen sich räumliche Bewegungen dokumentieren. Die Resultate aus dem Kanton Schwyz zeigen, (a) dass Auerhühner durchaus in der Lage sind, grössere Distanzen zurückzulegen, (b) dass sie das vermutlich wesentlich häufiger tun als früher angenommen, und (c) dass die Auerhuhnvorkommen im Kanton gut vernetzt sind.

14.50 – 15.30 Uhr

Pause

15.30 – 15.50 Uhr

Das Braunkehlchen – ein Wiesenbrüter unter Druck
Simon Hohl, Schweizerische Vogelwarte Sempach

© Michael Gerber

Als typischer Wiesenvogel bewohnt das Braunkehlchen blumenreiche, vielfältige und extensiv genutzte Wiesen. In den zunehmend intensiv genutzten Wiesen werden die Bruten vermäht. Im Mittelland ist der «Wiesenschmätzer» daher heute praktisch verschwunden. Auch in höheren Lagen steigt der Druck. Die Zentralschweiz beherbergt wichtige Brutgebiete für das Braunkehlchen. Es kommt dort stellenweise sogar noch in Tieflagen vor. Im Rahmen des Vortrags werden die wichtigen Brutgebiete der Zentralschweiz vorgestellt. Ein Blick über die Kantonsgrenzen hinaus zeigt, welche grossflächigen Fördermassnahmen es braucht, um Wiesenbrüterbestände zu stärken.

15.50 – 16.10 Uhr

Praktische Förderung der Wiesenbrüter in der Moorlandschaft von Rothenthurm
André Ducry, BirdLife Schweiz

© Frank Vassen

In der Moorlandschaft von Rothenthurm sind Streueflächen und Intensivwiesen ineinander verzahnt. Zur Nestbauzeit im Mai sind die Streueflächen oft strukturarm und für Wiesenbrüter wenig attraktiv. Bauen diese aber ihr Nest auf der falschen Seite des Zauns in den Intensivwiesen, hat die Brut keine Chance, oft auch mit fatalen Folgen für das brütende Weibchen. Zudem werden die Naturschutzflächen immer trockener und nährstoffreicher, was die Verbuschung und Verwaldung begünstigt. Dies hat dazu geführt, dass Lebensraum für Wiesenbrüter verloren ging und deren Populationen stark abnahmen. Seit 2016 hat BirdLife verschiedene Massnahmen umgesetzt, um die Wiesenbrüterbestände zu sichern.

16.10 – 16.30 Uhr

Artenförderung von Gefässpflanzen in der Zentralschweiz
Elisabeth Danner, Regionalstelle Info Flora Zentralschweiz, Natur-Museum Luzern

© Albert Krebs

Was haben Alpen-Mannstreu, Gelbe Wiesenraute und Styx’ Binse gemeinsam? Sie alle sind gefährdete Pflanzenarten, sowohl national als auch in der Zentralschweiz. Die Regionalstelle Info Flora Zentralschweiz setzt sich seit 2020 in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Naturschutzfachstellen für den Erhalt und die Förderung dieser Arten ein. Für sie und andere national prioritäre Gefässpflanzen werden spezifische Förderprojekte entwickelt, von denen einige vorgestellt werden. Die Regionalstelle ist für alle sechs Zentralschweizer Kantone zuständig und wird hälftig von den betreffenden Kantonen und dem Bundesamt für Umwelt BAFU finanziert.

16.30 – 16.50 Uhr

Geo-Tage der Natur in der Zentralschweiz
Roman Graf, Ehrenpräsident BirdLife Luzern

© Richard Portmann

In den vergangenen Jahren wurden in der Zentralschweiz unter dem Patronat der Luzerner Naturschutzverbände BirdLife, Pro Natura und WWF, der Naturforschenden Gesellschaft, des Natur-Museums Luzern und der Schweizerischen Vogelwarte vier «Geo-Tage der Natur» durchgeführt. Durchschnittlich 50 Fauna- und Floraexpertinnen und -experten aus der ganzen Schweiz versuchten dabei jeweils während 24 Stunden, möglichst viele Arten in einem begrenzten Gebiet nachzuweisen. In einem Rahmenprogramm wurden jeweils mehrere Exkursionen angeboten und eine Ausstellung über Biodiversität gestaltet – bei gutem Wetter zogen diese Naturtage sehr viel Publikum an! Im Schnitt wurden pro Anlass rund 1000 Arten gefunden, darunter auch viele seltene, erstmals in der Zentralschweiz nachgewiesene, stark gefährdete und verschollen geglaubte Arten. Die gewonnenen Daten könnten für die Naturschutzarbeit in den Kantonen und Gemeinden sehr nützlich sein. Werden sie auch genutzt?

16.50 – 17.00 Uhr

Fazit und Abschluss der Tagung
Michael Schaad, Schweizerische Vogelwarte Sempach

Ab 17.00 Uhr

Apéro mit biodiversen Häppchen

Programm als PDF

2. Zentralschweizer Naturtagung

Manchmal fehlen die Ideen für ein ökologisches Aufwertungsprojekt oder die Kenntnisse, wie eine Vision umgesetzt wird. Oder die Kontakte zu Menschen fehlen, die mithelfen können. An der Zentralschweizer Naturtagung sollen erfolgreiche Projekte allen Interessierten vorgestellt, Wissen geteilt und Kontakte gepflegt werden. In kurzen Beiträgen werden laufende Projekte im Natur- und Landschaftsschutz vorgestellt. Den Schwerpunkt dieses Jahr bilden die Themen ökologische Infrastruktur und Vernetzung.

Die 2. Zentralschweizer Naturtagung fand am Samstag, 30. Oktober 2021 von 13 bis 17 Uhr an der Vogelwarte Sempach statt, und zwar im roten Forschungsgebäude (Seerose 1, Saal Aquila).

Am selben Vormittag war zudem die Bibliothek der Vogelwarte für Interessierte von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Schmetterlinge wie der Schwalbenschwanz sind attraktive Botschafter für bunte und vielfältige Lebensräume © Frank Vassen

Wir danken der Schweizerischen Vogelwarte, dass wir für den Anlass erneut die Räumlichkeiten in Sempach nutzen dürfen.

Veranstaltungspartner

Naturbildung im Kanton Luzern

Beobachten an der Vogelrally © Andreas Rösli

Mit diesem Projekt führt BirdLife Luzern das Engagement der letzten Jahre im Bereich Natur- und Umweltbildung fort. Das 5-Jahres-Projekt (2022–2026) umfasst die Module Veranstaltungsprogramm, Jugendgruppe «BirdLife Jungvögu» sowie ornithologische und botanische Ausbildung.

Neben den spezifischen Projektzielen leistet BirdLife mit dem Projekt «Naturbildung im Kanton Luzern» einen Beitrag zur «Strategie Biodiversität des Kantons Luzern». Dort ist das Thema «Wissen generieren und verbreiten» eines von insgesamt sieben Handlungsfeldern, in denen die Biodiversitätsstrategie umgesetzt werden soll. BirdLife Luzern wird damit das Engagement des Kantons Luzern vertiefen und verstärken.

Veranstaltungsprogramm

Mit dem jährlichen Veranstaltungsprogramm zeigen wir die erstaunliche Vielfalt an Lebensräumen, Tieren und Pflanzen im Kanton Luzern und tragen so zur Sensibilisierung von Natur- und Umwelt­anliegen in der Luzerner Bevölkerung und Interessierten über die Kantonsgrenze hinaus bei. Sie können mit einer breiten Palette von inspirierenden Anlässen in faszinierende Luzerner «Naturwelten» eintauchen und werden über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität informiert.

Ziele

  • Von 2022 bis 2026 wird jährlich ein Veranstaltungsprogramm mit über 40 Anlässen zusammengestellt.
  • Jedes Jahr wird die ganze Palette von Anlässen abgedeckt, d.h. Exkursionen, Abendspaziergänge, Vorträge, Kurse, Kinderanlässe und Mitmachmöglichkeiten.
  • Die jährlich mindestens vier Abendspaziergänge werden mit Inseraten der breiten Bevölkerung bekannt gemacht.
  • Jährlich gibt es mindestens fünf Anlässe, die zusammen mit anderen lokal oder kantonal tätigen Organisationen und Institutionen ausgeschrieben werden.

Weitere Projekte

Jugendgruppe «BirdLife Jungvögu»

Die Nachwuchsförderung ist von zentraler Bedeutung. Mit der Jugendgruppe «BirdLife Jungvögu» versuchen wir seit 2021, die Sensibilisierung für die Natur bei den Kindern und Jugendlichen zu fördern. Auf je vier Ausflügen im Frühling und Herbst beobachten wir vor allem Vögel, aber auch Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Insekten und einiges mehr. So lernen die Kinder und Jugendlichen viel über deren Lebensweise und die Bedeutung einer vielfältigen Natur.

Ziele

  • Von 2022 bis 2026 wird jährlich ein Jungvögu-Programm mit jeweils mindestens acht Anlässen zusammengestellt.
  • Regelmässig findet eine Weiterbildung der Leitungspersonen statt (z.B. zusammen mit weiteren Aktiven in Sektionen, die eine eigene Kinder- und/oder Jugendgruppe haben).

Ornithologische und botanische Ausbildung

Die erfolgreiche Aus- und Weiterbildung von BirdLife Luzern wird weitergeführt. Je mehr Interessierten die Teilnahme an einem Grundkurs ermöglicht werden kann, desto mehr Absolvierende von Feldornithologie- bzw. Feldbotanikkursen werden sich ergeben. Die Kurse vermitteln neben Artenkenntnis immer auch Wissen über Lebensräume und ihre Bedeutung für Pflanzen und Tiere.  Mit den stufenweisen Weiterbildungsangeboten Feldornithologiekurse (FOK), Feldbotanikkurse (FBK) und Ornithologische Weiterbildung (OWB) wird Abgängerinnen und Abgängern von Grundkursen eine weitere Vertiefung ermöglicht.

Ziele

  • Von 2022 bis 2026 werden jährlich 2–3 ornithologische Grundkurse angeboten. Zudem werden in dieser Zeit zwei botanische Grundkurse organisiert.
  • Jedes Jahr wird ein neuer Feldornithologiekurs (FOK) durchgeführt. Bis 2026 wird ein Feldbotanikkurs (FBK) angeboten.
  • Von 2022 bis 2026 werden jährlich sechs Module der Ornithologischen Weiterbildung (OWB) ausgeschrieben.

Vielen Dank an unsere Unterstützer!

Nur dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung von Stiftungen und Fonds ist es uns möglich, unser Engagement im Bereich Natur- und Umweltbildung einzusetzen. Herzlichen Dank für die Grosszügigkeit und das Vertrauen in unsere Arbeit.

Hecken für Neuntöter & Co.

Neuntöter © Stefan Wassmer

Das Modul «Hecken für Neuntöter & Co.» ist eines von zwei des 5-Jahres-Projekts «Aufwind für die Luzerner Vögel» (2022–2026).

Der Neuntöter gilt als «Wappenvogel» für dornenreiche und damit besonders vielfältige Hecken und wird in der «Roten Liste der Brutvögel» als potenziell gefährdet eingestuft. Mit seinem einzigartigen Verhalten – er spiesst gefangene Insekten auf Dornen auf – sowie der augenfälligen Zeichnung des Männchens geniesst der Neuntöter besonderes Augenmerk.

Die von ihm ebenfalls bevorzugten kleineren Gebüschgruppen, teils sogar Einzelsträucher von Wildrosen oder Schwarzdorn, die mit Brombeeren überwachsen sind, geniessen in der Kulturlandschaft kaum Sympathie. Sie werden als Unordnung und Konkurrenz ums Kulturland gesehen. Mit den landwirtschaftlichen Förderinstrumenten (Vernetzungsprojekte, Direktzahlungen, Bio­diversitätsförderflächen) werden die beim Neuntöter beliebten, dornenreichen, kleinen Gebüschgruppen kaum gefördert. Mit der aktuellen Umsetzung der Heckenschutzverordnung im Kanton Luzern gelten Heckengruppen unter 30 Quadratmeter nicht als zu schützende Hecken.

Ziele

  • Von 2022 bis 2026 sollen mindestens 2500 Meter neue arten- und dornenreiche Hecken und Gebüschgruppen im Kanton Luzern geschaffen werden.
  • Jährlich wird mindestens eine Hecke zusammen mit einer Schulklasse neu gepflanzt.
  • Landwirte, Bäuerinnen sowie weitere Interessierte werden über die Bedürfnisse der Heckenbewohner informiert.
  • Die Neuntöterbrutpaare im Kanton Luzern werden kartiert. Damit wird eine Basis für spezifische Fördermassnahmen geschaffen.

Umsetzung

Kennen Sie Landwirte oder Bäuerinnen, die an einer Heckenförderung interessiert wären? Melden Sie sich bei der Geschäftsstelle – wir sind froh um solche Hinweise, denn jeder Meter zählt!

Nistplätze für Mauersegler

Mauersegler © Alain Georgy

Das Modul «Nistplätze für Mauersegler» ist eines von zwei des 5-Jahres-Projekts «Aufwind für die Luzerner Vögel» (2022–2026).

Der Mauersegler wird in der «Roten Liste der Brutvögel» als potenziell gefährdet eingestuft und gilt als national prioritäre Vogelart. Im Kanton Luzern brüten rund 2000 bis 3000 Paare. Damit beherbergt der Kanton 5 Prozent des Schweizer Bestands. In der «Strategie Biodiversität des Kantons Luzern» sind Massnahmen zur Stärkung der Biodiversität im Siedlungsraum vorgesehen. Der Mauersegler als Gebäudebrüter bietet sich besonders an, in Siedlungen gefördert zu werden.

Im Rahmen des Projekts «Blühen und Zwitschern in Dorf und Stadt» zeigte sich, dass die Förderung des Mauerseglers zunehmende Beliebtheit geniesst. Die Nachfrage nach Nisthilfen und Beratungen hat seit Beginn dieses Projekts zugenommen.

Der Mauersegler verursacht kaum Kot bei den Nistplätzen. Ebenfalls müssen die Nisthilfen nicht jährlich gereinigt werden. Dies ist ein grosser Vorteil und trägt zur Akzeptanz bei. Mit ihren rasanten Flugshows ziehen sie zudem Gross und Klein in Bann. Für Umweltbildungsangebote (Schulen, Exkursionen u.a.) bietet der Mauersegler viel spannenden Stoff (Zugvogel, besondere Lebensweise in der Luft, Insektenfresser, Ausweichverhalten bei schlechtem Wetter usw.).

Ziele

  • Von 2022 bis 2026 sollen mindestens 500 neue Brutangebote für Mauersegler im Kanton Luzern geschaffen werden.
  • Möglichst viele Schulhäuser, die sich vom Standort und Gebäude her eignen, bieten Nistplätze für Mauersegler an. Solche Schulhäuser sollen als «Mauerseglerschule» ausgezeichnet werden.
  • Öffentliche Gebäude, die sich vom Standort und Gebäude her eignen, bieten Nistplätze für Mauersegler an.
  • Die Gemeinden werden für die Themen Mauerseglerförderung und Biodiversität in Siedlungen sensibilisiert. Jährlich wird ein «Mauerseglerdorf» ausgezeichnet.

Umsetzung

Möchten Sie den Mauersegler selbst fördern? Gerne können Sie bei uns Nisthilfen kostenlos beziehen. Oder kennen Sie Orte, die sich für die Förderung des Mauerseglers eignen würden? Dann melden Sie sich bei der Geschäftsstelle.

Aufwind für die Luzerner Vögel

Neuntöter © Marcel Burkhardt

Mit diesem Projekt führt BirdLife Luzern das Engagement der letzten Jahre im Bereich Lebensraum- und Artenförderung weiter. So sollen vielfältige Lebensräume und artenreiche Nischen geschaffen und gepflegt werden. Das 5-Jahres-Projekt (2022–2026) umfasst zwei Module:

Neben den spezifischen Projektzielen möchten wir mit dem Projekt «Aufwind für die Luzerner Vögel» einen Beitrag zum Generationenprojekt Ökologische Infrastruktur leisten. Damit werden auch Ziele aus der «Strategie Biodiversität des Kantons Luzern» aufgenommen (u.a. M10, M14, M16).

BirdLife Luzern übernimmt keine Aufgaben, die die öffentliche Hand leisten muss, jedoch aufgrund politischer oder struktureller Voraussetzungen nicht leistet. Um die Wirkung des Engagements der öffentlichen Hand zu erhöhen bzw. zu verbessern, gliedern wir unsere Projekte eng in die Aktivitäten des Kantons und der Gemeinden ein. So erweitert die Mauerseglerförderung beispielsweise das Engagement des Kantons in der Biodiversitätsförderung im Siedlungsraum. Ähnlich gestaltet es sich bei der Heckenförderung: Mit dem Projekt von BirdLife Luzern sollen durch gezielte finanzielle Unterstützung und Beratung die Anreize erhöht werden, artenreiche Hecken und Gebüschgruppen anzulegen – aufbauend auf der Unterstützung des Kantons.

Vielen Dank an unsere Unterstützer!

Nur dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung von Stiftungen und Fonds ist es uns möglich, unser Engagement im Bereich Lebensraum- und Artenförderung einzusetzen. Herzlichen Dank für die Grosszügigkeit und das Vertrauen in unsere Arbeit.

Biodiversität im Siedlungsraum

Blumenwiese im Siedlungsraum © BirdLife Schweiz

Biodiversität im Siedlungsraum erfüllt wichtige Natur- und Klimafunktionen und fördert gleichzeitig die Gesundheit und die Erholung der Bevölkerung. Eine deutsche Studie hat sogar beweisen können, dass die Vielfalt der Vögel eine höhere Lebenszufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet!

Doch es braucht aktives Zutun, damit sich Pflanzen und Insekten ansiedeln können, die Vögeln und Kleinsäugern Nahrung im Beton-Dschungel bieten. Ebenso wichtig sind Nischen, die den Tieren einen Rückzugsort oder einen Ort für die Jungenaufzucht bieten.

Auch Sie können etwas bewirken!

  • Grün statt Grau: Naturnahe Gärten pflegen statt sterile Schottergärten anlegen, Kiesflächen statt Betonparkplätze planen.
  • Pappel statt Palme: Einheimische Pflanzen setzten, denn Exoten bieten unseren Insekten und Vögeln keine Nahrung.
  • Nie ohne Nistkästen: Nistkästen anbringen, damit Gebäudebrüter wie z.B. der Mauersegler trotz Neubauten ohne Schlupflöcher einen Brutplatz finden.
  • Flowerpower statt englischer Rasen: Blumenwiesen säen und so Insekten Nahrung und Kleinsäugern Verstecke bieten – und gleich noch mühsame Arbeit und Geld sparen! Mindestens ein paar Quadratmeter eignen sich dazu in jedem Garten.

Hier erfahren Sie mehr:

Möchten Sie eine besonders schöne Oase im Siedlungsraum auszeichnen? Oder brauchen sie Tipps und Tricks um ihren Garten oder Ihr Gelände naturnah zu gestalten? Melden Sie sich bei Susanna Lohri.

Das Abenteuer Natur kann beginnen!

«Bördleif»-Vogelrally 2021

4. «Bördleif»-Vogelrally: kleine Ornitholog*innen im Vogelfieber

Am 27. März 2021 fand am Rotsee zum vierten Mal die Kinder-«Bördleif»-Vogelrally statt. Das Ziel des Anlasses ist, dass Kinderteams so viele Vogelarten in drei Stunden aufspüren wie möglich und Spass am Beobachten der Natur haben. Jedes Team wurde von einer erwachsenen Person (Ornithologe*in) begleitet, die beim Bestimmen der Vögel half. Am Schluss wurde kontrolliert, wie viele Arten insgesamt gesichtet oder gehört wurden.

Pro Team waren 3–6 Kinder dabei. Die sechs Kinderteams waren bei angenehmen Temperaturen mit viel Enthusiasmus und Euphorie dabei und haben zusammen 53 Vogelarten gesehen! Unter den Highlights waren Löffel- und Krickente, Wanderfalke, Eisvogel, Alpensegler sowie die «Zwerge» Zaunkönig sowie Winter- und Sommergoldhähnchen.

  • Krienser Bartgeier: 45 Arten
  • Malterser Wasseramseln: 39 Arten
  • Schwane-Gäng: 38 Arten
  • Zuger Eisvögel: 33 Arten
  • Unscharfe Pinguine: 32 Arten
  • Grupo Llamarada: 22 Arten

Parallel lief die Erwachsenenversion der «Bördleif»-Vogelrally für die «grossen» Ornitholog*innen als zwölfstündiges Rennen von 5 bis 17 Uhr in der ganzen Zentralschweiz. Hier nahmen wegen der Corona-Pandemie nur Gruppen der beiden laufenden Feldornithologiekurse (FOK) teil. Insgesamt wurden dabei 80 Arten entdeckt.

Dieses Jahr verzichteten wir wegen der Corona-Pandemie auf eine gemeinsame Abschlussveranstaltung mit Siegerehrung. Alle teilnehmenden Jungornitholog*innen erhielten einen kleinen Preis, der von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach gesponsert wurde.

Übrigens: Das Datum der fünften «Bördleif»-Vogelrally steht fest: Der Samstag, 2. April 2022 sollte schon jetzt fest reserviert werden

Nach der vierten Kinder-«Bördleif»-Vogelrally strahlten alle Teilnehmenden. Foto: © Nathalie Mil
Jeder Vogel wurde zu bestimmen versucht. Foto: © Peter Knaus
Auch drei Teams der «BirdLife Jungvögu» waren dabei, der neuen Jugendgruppe von BirdLife Luzern. Foto: © Peter Knaus

Medienmitteilungen 2020

19. März 2021: Leandra Pörtner wird ab 1. April neue Geschäftsführerin. Medienmitteilung zum Wechsel auf der Geschäftsstelle von BirdLife Luzern.

Leandra Pörtner ist die neue Geschäftsführerin

28. Dezember 2020: Wer flattert durch Park und Garten? Medienmitteilung zur «Stunde der Wintervögel» vom 8. bis 10. Januar 2021

Die Blaumeise lässt sich im Winter besonders gut beobachten. Keck turnt sie auf Sträuchern und Bäumen herum und sucht nach Fressbarem. (Foto: © Frank Vassen)
Vögel müssen im Winter nicht gefüttert werden. Wenn dennoch gefüttert wird, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Futtersäulen eignen sich gut zur Fütterung. Die Vögel können nicht ins Futter sitzen und damit werden keine Krankheiten übertragen. (Foto: © Boomie/Pixabay)

27. Oktober 2020: Ein starkes «Ja» zur Lebensraumberuhigung! Medienmitteilung zum Kantonsratsentscheid zum Erhalt der Pilzschontage

Pilze wachsen vor allem neben den Wegen. Pilzsammler*innen verursachen auf ihren Streifzü-gen Störungen. Mit den Pilzschontagen liegt eine etablierte Massnahme zur Lebensraumberuhigung vor. (Foto: © Roman Bühler)

6. Oktober 2020: Vögel unter Beobachtung. Bericht zum EuroBirdwatch-Anlass 2020 im Mettelimoss im Entlebucher Anzeiger.

5. Oktober 2020: Der «verrückte» Vogelbeobachter. Porträt von Nicola Haltiner im Rahmen des EuroBirdwatch 2020 in der Luzerner Zeitung.

4. Oktober 2020: Sonne animiert zum Abflug: Über 17’500 Vögel gezählt. Medienmitteilung zu den Resultaten des EuroBirdwatch 2020

Über 3300 Mehlschwalben wurden an zwei Beobachtungsständen im Kanton Luzern im Rahmen des EuroBirdwatch dieses Wochenende gezählt. Nach Regentagen nutzten die Zugvögel das gute Wetter und nahmen ihre Reise Richtung Süden wieder auf. (Foto: © Stefan Wassmer)

28. September 2020: «Auf Wiedersehen» – die Zugvögel reisen ab! Medienmitteilung zum EuroBirdwatch 3.-4. Oktober 2020

Der Neuntöter – Vogel des Jahres 2020 – fliegt über die Ostroute in die südöstlichen Staaten Af-rikas, nicht über die eigentlich kürzere Route über die Iberische Halbinsel und Nordafrika.
(Foto: © Stefan Wassmer)

31. August 2020: Luzerner Seen, Wälder und Moore bedroht! Kanton Luzern handelt nicht. Medienmitteilung zur Aufsichtsbeschwerde der Umweltverbände BirdLife, Pro Natura, WWF und Ärzte für Umweltschutz. Die Aufsichtsbeschwerde kann unter folgendem Link runter geladen werden: Aufsichtsbeschwerde Umweltverbände gegen das Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement BUWD. Die Belege, die nicht als Download angeboten werden, können Sie bei der Geschäftsstelle bestellen.

25. Juni 2020: Zu wenig, zu spät! Medienmitteilung zur Information des Luzerner Regierungsrats zum Umgang mit Ammoniak und Phosphor in der Landwirtschaft

22. Juni 2020: Kanton Luzern tappt bezüglich Pestizide im Dunkeln. Medienmitteilung zu behandelten Anfragen im Kantonsrat

27. Februar 2020: Kanton versenkt Seesanierung. Medienmitteilung zur Verschiebung des Phosphorprojekts III

14. Feburar 2020: Wildtierkorridor Altwis – Jetzt umsetzen. Medienmitteilung zur Debatte über den überregionalen Wildtierkorridor Altwis – Mosen

Damit Rehe gesund bleiben, ist ein genetischer Austausch sehr wichtig. Nur wenn die Wanderkorridore dank Festsetzung in Zonenplänen freigehalten werden, ist dieser Austausch sichergestellt (© Foto: Michael Gerber).

27. Januar 2020: Endlich: Der Kanton Luzern «schenkt» sich eine Biodiversitätsstrategie. Medienmitteilung zur Kantonsratsdebatte über den Planungsbericht Biodiversität

Foto © Danièle Hollenstein
Aus einer monotonen Kiesfläche wurde dank einer Initiative der Lehrpersonen ein spannender, blühender Begegnungs- und Entdeckungsort für die Schülerinnen und Schüler im Würzenbach-schulhaus. Foto © Danièle Hollenstein

12. Januar 2020: 300 Teilnehmende zählen über 5500 Wintervögel. Medienmitteilung zur ersten «Stunde der Wintervögel» vom 10.–12. Januar 2020

Am häufigsten wurde an der ersten «Stunde der Wintervögel» der Haussperling beobachtet. (Foto © Stefan Wassmer)
Grosse Aufmerksamkeit im Krienser Bellpark beim Zählen der Wintervögel. (Foto © Peter Knaus)
Lina Mil, Jungornithologin, erzählt den Medien, was sie beobachtet hat und steht Red und Antwort zu ihrer Leidenschaft. (Foto © Peter Knaus)
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